Monat: März 2014 (Seite 2 von 2)

Unterwelt und Eaton Centre

Unscheinbar sind all die vielen Abgänge in die Unterwelt. Unter halb Toronto hat es riesige Einkaufspassagen (hier PATH genannt), wie das  Shopville im Zürcher HB, nur viel viel viel grösser. Die unterirdischen Foodcourts scheinen der Treffpunkt am Mittag zu sein. Hier trifft man Menschen mit unterschiedlichsten Nationalitäten, Jung und Alt, Bauarbeiter und Geschäftsleute mit Anzügen, die friedlich nebeneinander alle möglichen Gerichte geniessen. Übrigens, gedrängelt wird überhaupt nicht, es gibt immer einen respektvollen Abstand und wenn es etwas gratis gibt, wird ehr und redlich geteilt. Praktisch alle Untergrund-Anlagen verfügen über einen direkten Zugang zur Metro, sehr praktisch, vor allem wenn es regnet oder eben schneit.

Ein Besuch im Eaton Centre darf natürlich auch nicht fehlen. Wir benutzen den südlichen Eingang an der Ecke der Queen und Yonge Street. Als wir eintreten ist da ein grosses Nix, ausser einer Rolltreppe steht da nichts, wirklich nichts. Wir fahren ins erste Untergeschoss und treffen auf den Foodcorner. Thailändisches Essen, KFC, Chinesische Spezialitäten, Subway, Starbucks, Freshly squeezed, … … ausser Essen und Trinken gibt es nichts. Ich dachte schon, was hat den Fabio erzählt? Es soll riesig sein und man soll hier viele Stunden verbringen können. Also, da muss doch noch mehr sein. Um die Ecke und auch eine Etage tiefer finden wir dann die vielen Geschäfte, viiiieeele Geschäfte. Es ist gigantisch gross. Wie ich nachher herausfinde, ist das Eaton Centre sechsstöckig (ich denke drei sind unter der Erde) und verfügt über mehr als 300 Geschäfte, Kinos, Discos und es gibt sogar ein Hotel. Ja dann, ‚happy shopping‘.

SONY 1st picture

Im Eaton Centre kaufe ich eine Sony Fotokamera. Schliesslich brauche ich eine richtige Kamera. Der Verkäufer ist fast überschwänglich nett, nicht mehr ganz auf dem neusten Stand betreffend Aku laden, aber die Kamera kennt er bestens und auch über die Chipkarte weiss er Bescheid. Er nimmt sich Zeit uns einiges zu erklären und weist auch auf all die Aktionen hin, er macht das wirklich gut. Etwa 100x mahnt er uns ‚always use the hand strap‘. Als wir zu grinsen beginnen, merkt er, dass wir es begriffen haben. Das Bild ist das erste mit der neuen Kamera, natürlich geknipst von unserem Verkäufer.

Am Abend sehen wir dann per Zufall im Fernsehen eine Dokumentation über eine Schiesserei im Eaton Centre von letztem Juni. Scheinbar wollte der Täter einen jungen Mann umbringen, was ihm aber nicht auf anhieb gelang und er so einen weiteren Mann und einen Jungen anschoss. Der unschuldige Mann starb neun Tage später im Krankenhaus, der Junge überlebte. Über ihn war auch der Bericht. Er hatte einen Kopfschuss und war mehr oder weniger noch bei Bewusstsein. Es folgten 3 Operationen und nun scheint der Junge wieder okay zu sein.

Aber keine Angst, wegen der niedrigen Kriminalität gilt Toronto als eine der sichersten Grossstädte Nordamerikas. Als Vergleich lagen die Tötungsdelikte pro 100’000 Menschen in Toronto bei 1.9, in Atlanta bei 34.5, in Boston bei 5.5, in NY bei 7.3, in Vancouver bei 2.8, in Washington DC bei 45.5. Die Schweiz liegt bei rund 0.7, wobei die Zahlen in Genf und Zürich sicher höher sind als zum Beispiel in Appenzell oder St. Gallen.

In Davos gibt es Schnee, viel Schnee… in Toronto noch mehr!

Die frühlingshaften Temperaturen die wir bei der Ankunft genossen hielten nicht lange. Über die Nacht hat es geschneit und dies tut es, wie wir später merken, den ganzen Tag. Der Schnee wäre wunderbar, wenn da der eiskalte Wind nicht wäre. Es ist schwierig mit dem Wind zu gehen, weil der Kerl sich die ganze Zeit wendet und dreht. es bleibt nichts anderes übrig als „da müssen wir durch“.

Der erste Tag - 12. März 2014

Die Temperaturen und der Schnee sind das grosse Thema. In den Einkaufläden, in den Restaurants, in der Tagesschau, auf der Strasse, einfach überall. Und auch hier ist es ein gutes Thema, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen (was das Wetter nicht alles kann).

Wir lernen, dass Toronto ein Jahresbudget von  CAD 85 Mio. für die Schneeräumungen in der Stadt hat. 1x mit den Räumungsmaschinen durch die Stadt – kostet 5 Mio. Scheinbar haben sie im 2014 schon mehr als die Hälfte aufgebraucht und die „Toronter“ befürchten, dass sie dieses Jahr weit über Budget sein werden.

Wenn man zu kalt hat, kann man zum Glück in die Unterwelt tauchen … Ich verstehe jetzt, warum es so viele Passagen unter der Erde gibt.

Es ist so weit …

Montag 10. März; es ist höchste Zeit die Koffer zu packen, den morgen um 10 Uhr hebt der Flieger ab. Ich bin nervös, gespant und und und, 7’000 Gefühle durchkreisen mich gleichzeitig. Ich bin überhaupt nicht müde, habe noch tausend Ideen was ich tun könnte um ja nicht ins Bett gehen zu müssen … … ist das das Alter oder ganz einfach nur die Vorfreude? Es muss die Vorfreude sein. Um 1.30 Uhr gehe auch ich dann für knapp 4.5 Stunden schlafen.

Früh morgens geht’s ab in Richtung Flughafen. Öpeli und Pronto begleiten uns (Danke nochmals) und auch ein Bye Bye Drink (so früh am Morgen noch Kaffee und eine heisse Schoggi) gibt es noch.

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Danach heisst es ab durch all die Kontrollen direkt ins  Abenteuer. Etwas verspätet geht es dann mit der Air Canada los. IMG_3504

Am Vorabend beim Internet-Check-In konnten wir zu einem sehr guten Preis einen Upgrade lösen (ist billiger als ein IT-Upgrade 😮 )., d.h. wir hatten einen richtig angenehmen Flug mit netter Bedienung, feinem Essen, neuste Kinofilme und Liegebetten, was will man mehr. Als wir den Film „Gravity“ schauten, hat die Air Canada sogar diverse Male „schütteln“ eingebaut, gut geplant. Wie haben Sie das nur gewusst?

Kurz vor Canada … schau mal Reto es gibt Schnee, viel Schnee 😀 .

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Und was ist den das? Jedem sein Häuschen, hi hi hi hi. Und einfach so wegen den Dimensionen auch noch ein Bild des kleinen Parkplatzes den wir von oben sehen (such mal Dein Auto, wenn Du vergessen hast Dir Deine Position zu merken …)

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Und dann ist es endlich so weit, in den nächsten Minuten sollten wir landen. Wir werden aufgefordert, die Tische zu versorgen, die Rückenlehne und bla bla bla, wir wollen doch einfach nach den neun Stunden nur noch landen. Doch, was sehe ich da? Kein einziges Schild wo Toronto drauf steht, nur HSBC und nochmals HSBC.

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Sind wir wirklich in Toronto? Ja natürlich, was soll die Frage! Hier in der Stadt gibt es praktisch keinen Schnee mehr und wir sind nach ca. 30 Minuten schon in unserem Appartement. Der erste Unterschied stellen wir hier schon fest. Zum schliessen und öffnen der Türe muss man den Schlüssel immer in die für uns verkehrte Richtung drehen 😉 . 

Hier endet der Blog „Bereit für Toronto“, ab geht‘s ins Grossstadtleben, judihui. Chuss und bis bald.

… one week to go …

Heute ist der 1. März, langsam steigt die Nervosität. Klappt alles mit dem Flug? Wie sieht die Wohnung aus? Gibt es sie überhaupt? Wird es mir in Toronto gefallen?

Nach der Erfahrung mit der ersten Wohnung und dem Landlord, der mir weder seine Adresse, noch seine Bankverbindung bekannt geben, aber trotzdem im Voraus alle Mietzinse wollte … ??? … Aber es gibt auch Leute, die verlieren am Zoll, bei der Einreise in ein fremdes Land, ihre Tasche, mit Pass, Portemonnaie usw. … … wahrscheinlich braucht man einfach einen Adrenalin-Kick, damit nachher alles gut kommt.

Der Flug ist gebucht, eine Wohnung habe ich auch, die Tickets für das NHL-Spiel Detroit Red Wings vs. Toronto Maple Leafs liegen auch schon parat, der Zahnarzt hat mir noch eine Krone aufgesetzt 😉 und mich „beissfest gemacht“, also was soll da noch schief gehen 🙂 .

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