Ja und das gehört einfach dazu. Gemäss Aussagen der Einheimischen gehen alle Kinder einmal im Jahr dorthin wo das „magische Wasser“ zum „Syrup“ wird. Also habe auch ich die letzte Chance in diesem Jahr genutzt und bin an eine der Produktionsstätte gefahren.

Zuerst ging es mit der Metro circa eine halbe Stunde stadtauswärts bis zum Treffpunkt des Reiseveranstalters. Ein alter, gelber Schulbus brachte uns schliesslich, nach einer weiteren halben Stunde, an unser Ziel – Stouffville. Übrigens die Schulbusse habe ich auch in der Stadt gesehen, die sind wirklich noch im Einsatz, diese Schüttelbecher. Bei uns würden die klapprigen Dinger schon lange aus dem Verkehr gezogen oder mindestens mit Gurten versehen.

Der Bauer, sorry Farmer, brachte uns dann mit dem Heuwagen – hatschi – ab in den Wald wo die Geschichte mit dem Maple Syrup begann. Der Ahornsirup wurde wie so vieles per Zufall, von Ureinwohnern, entdeckt. Beim übernachten im Wald hat eine Familie Wasser aus einer Baumrinde geschöpft um damit das Essen zu kochen. Der Vater hat beim erwärmen des Wassers gemerkt, dass es irgendwie süsslich schmeckt. Also haben sie solange heisse Feuersteine ins Wasser gelegt, bis das flüssige Etwas dicker und dicker wurde. Zuerst Sirup, dann Butter bis schliesslich Candies daraus wurden. Und so hat die Geschichte ihren Lauf genommen. Der Sirup wurde als Geschenk oder Tauschware überall hin sozusagen exportiert. Irgendwann kamen die ersten Besucher in den Wald und brachten gute Tipps wie man die Flüssigkeit effizienter sammeln und kochen konnte … …

Etwas mehr als 90% des Syrups kommt aus Quebec, aber auch die Torontonians sind mega stolz auf „ihren Syrup“. Die Farmer nennen den reinen Baumsaft liebevoll das magische Wasser. Magisches Wasser deshalb, weil es am Anfang mit einem Zuckeranteil von nur 3% eher nach Wasser aussieht und auch schmeckt und erst beim einkochen eine dunkle Farbe annimmt. Das „fertige Produkt“ weist einen Zuckergehalt von 67% auf. Es wurde uns ans Herz gelegt, nicht einfach einen billigen Fusel zu kaufen, sondern nur den „Pure Maple Syrup“, denn nur der schmeckt auch wirklich gut. Ebenfalls haben sie erklärt, dass wenn der Saft langsam erhitzt wird, die Farbe dunkler und somit die Qualität besser ist. Bis am Sonntag konnte ich das Zeug nicht ausstehen, aber ich muss zugeben, ich musste meine Meinung gewaltig ändern. Meine Güte, der goldige, dickflüssige Saft ist so was von lecker!

Nach dem Syrup ging es weiter zu einem „Farmermarkt“ 🙂 . Stellt Euch vor ich habe sogar etwas gekauft. Einen Hoodie der “Blue Jays” (Baseball-Team Toronto), damit ich am Spiel von Ende April wie ein echter Fan aussehe 😉 .

Und hier wie gewohnt ein paar Bilder mit Kommentaren: