Unser nächstes Reiseziel heisst Annapolis Royal. Klingt für mich etwas griechisch, liegt aber in der Mitte der Westküste von Nova Scotia. Es ist ein ruhiger, beinahe verschlafener Ort, wo heute nur noch etwas mehr als 400 Einwohner leben.

Weil es am Morgen in Lunenburg geregnet hat, haben wir uns entschieden etwas früher loszufahren um unsere Entdeckungstour auf der anderen Inselseite fortzusetzen. In Annapolis Royal haben wir, in einem kleinen B&B mit nur 4 Zimmern, eine Übernachtung gebucht. Da wir jedoch schon früh losgefahren sind, sind wir an Stelle von 4 Uhr bereits um 2 Uhr im B&B eingetroffen, was der Hausdame gar nicht gepasst hat, da sie sich noch nicht zurecht gemacht hatte. Uns war das total egal, wir waren ja schliesslich an der Umgebung interessiert.

Bis Mitte des 18ten Jahrhunderts war Annapolis Royal die Hauptstadt in Nova Scotia, heute ist dies Halifax. Von der damaligen Befestigungsanlage existieren noch die sternförmig angelegten, begrünten Erdwälle. Diese sind heute ein Paradies für  Spaziergänge, da man einen weiten Blick über die breite Flussmündung hat. Neben einigen Kanonen, einem Pulvermagazin, dem Offiziersgebäude gibt es hier x Friedhöfe. Die meisten von ihnen haben ein prächtiges Eingangstor, es gibt aber keinen Zaun um die Anlagen, ein seltsames Bild.

Weiter geht es nach Digby. Die Dörfchen, Häuser sind viel schlichter als an der Ostküste und die Fischerhäfen nicht sonderlich attraktiv, trotz anstehender Touristenhauptsaison. Trotz aller Schlichtheit, Digby ist der Heimathafen der grössten Flotte von Scallop-Fischern (Jakobsmuscheln). Die Muscheln sind eine international gehandelte Delikatesse und auch in Toronto findet man auf den Speisekarten immer wieder Digby-Scallops. Hier im Dorf bekommt man sie frisch zubereitet, nur schade, dass sie praktisch alle Fische und Muscheln „zu tode frittieren“. Unbegreiflich für uns!

Ein Naturspektakel das man unbedingt erwähnen muss, ist der Tidenhub in der Bay of Fundy. Dort misst man mit bis zu 16m zwischen Ebbe und Flut den höchsten Pegelunterschied der Welt. Das heisst, zuerst Wasser in Haushöhe und später ein Spaziergang auf dem Meeresgrund.

Spät abends kehren wir zurück in unser B&B. Frühstück gibt es exakt um 9 Uhr. Jawohl, wir haben verstanden 😉 .